Gezwickte Machart

 

Bei HANWAG fertigen wir (mit der Ausnahme von drei Kinderschuhen) sämtliche Modelle, die nicht nach alter Handwerkskunst zwiegenäht werden, in gezwickter Machart. Bei diesem handwerklich anspruchsvollen und aufwändigen Verfahren zieht der Schuster den Schaft über den Leisten nach unten über die Brandsohle und fixiert diesen, so dass eine Einheit entsteht. Anschließend werden Zwischen- und Laufsohle montiert.

Die großen Vorteile des klebegezwickten Schuhwerks sind eine besondere Formbeständigkeit und Langlebigkeit bei der richtigen Pflege. Wir sind vermutlich der weltweit einzige Hersteller, der auch alle Halbschuhe zwickt. Der Nachteil des Klebezwickens ist sehr aufwändige Produktion, die den Schuh etwas teurer macht.

Falls die Laufsohle verschlissen ist, kann der Schuh ohne Probleme neu besohlt werden. Das machen wir bei HANWAG in Vierkirchen selbst. Vielen Kunden nehmen diesen Service gerne in Anspruch, schließlich sind ihre Schuhe perfekt eingelaufen. Und häufig „kleben“ daran wunderbare Erinnerungen. Immer wieder erhalten wir Schuhe zur Wiederbesohlung, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Da blüht unser Handwerkerherz voller Stolz auf. Das ist Qualität.

 

Der „Friedl“ weiß alles, wenn es sich um Schuhe dreht. Eigentlich heißt der gebürtige Österreicher Johann Friedl, aber so ruft ihn bei Hanwag niemand. Er arbeitet seit 2009 bei Hanwag als Schuhentwickler.



 

 

Was genau bedeutet es, wenn ein Schuh in klebegezwickter Machart gefertigt wird?

JF: Als Machart bezeichnen wir Schuhmacher, wie der Schaft eines Schuhs, also das Oberteil und die Sohle, miteinander verbunden werden. Da gibt es eine Reihe unterschiedlicher Techniken, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Für hochwertige Trekking- und Bergschuhe gibt es nur zwei Macharten, die ausreichend robust sind: zwiegenäht und klebegezwickt. Beim Zwicken wird der Schaft über die Brandsohle gearbeitet und unter hohem Druck verklebt. Es ist der eindeutig beste Kompromiss aus langer Haltbarkeit, hoher Performance und vertretbarem Aufwand.

 

Was sind die Vorteile der klebegezwickten Machart, was die Nachteile?

JF: Das Zwicken ist ein traditionelles Verfahren und erfordert relativ viel Handarbeit. Aber die Vorteile sind umwerfend. Erstens: Gezwickte Schuhe – auch Halbschuhe – halten sehr lange. Zweitens: Sie sind formstabil und leiern praktisch nicht aus. Drittens: Man kann sie wiederbesohlen. Das kommt dem Geldbeutel und der Umwelt zugute. Bei uns im Service kommen immer wieder Berg- oder Trekking-Schuhe zur zweiten Wiederbesohlung rein! Die Nachteile sind die höheren Kosten und das etwas höhere Gewicht.

 

Gibt es noch andere Macharten? 

JF: Eine ganze Reihe sogar. Am häufigsten macht man heute gestrobelte Schuhe. Das Strobeln geht recht fix und kostengünstig. Da wird die Brandsohle mit einer umlaufenden Naht mit dem Schaft verbunden und dann außen eine Sohle draufgeklebt oder draufgespritzt. Gestrobelte Schuhe tragen sich weich, aber sie sind wenig robust, sie leiern schneller aus – und vor allem kann man sie nicht wiederbesohlen. Für Outdoor-Schuhwerk eignet sich diese Machart deshalb nicht. Bei Hanwag fertigen wir – mit Ausnahme von drei Kinderschuhen – keine gestrobelten Schuhe. 

 

Wann sollte ich als Anwender zu einem gestrobelten Schuh greifen?

JF: Als Laufschuh oder im Alltag sind sie OK. Am Berg oder wenn es um lange Haltbarkeit geht, sind sie indiskutabel. 

 

Und was ist mit zwiegenähten Schuhen?

JF: Das ist die Königsklasse. Sie halten noch länger, sind aber auch in der Fertigung aufwändiger und damit teurer. 

 

Kann man als Nicht-Schuhmacher die Macharten voneinander unterscheiden?

JF: Ja. Man nimmt die Innensohle heraus und schaut hinein. Die Strobelnaht läuft als gekettelte Naht rundum und verbindet den Schaft mit der Brandsohle. Bei einem klebegezwickten Schuh sieht man nur die Brandsohle und allenfalls die Stifte vom Zwicken. Und zwiegenähtes Schuhwerk erkennt man an den außenliegenden Nähten an der Sohle.


Gezwickte Machart 

Gestrobelte Machart

Zwiegenähte Machart

So erkennt es der Profi: Innensohle raus und nachschauen! Zwischen dem Futter und der Brandsohle gibt es keine Naht. 

Die Strobelnaht ist eine umlaufende Kettelnaht zwischen Schaft und Brandsohle. Gut für Sportschuhe, untauglich für Outdoor-Schuhwerk. Bei zwiegenähten Stiefeln verläuft die Naht nicht innen sondern außen. Diese Machart ist handwerklich anspruchsvoll, und äußerst robust.
 

Bei HANWAG fertigen wir (mit der Ausnahme von drei Kinderschuhen) sämtliche Modelle, die nicht nach alter Handwerkskunst zwiegenäht werden, in gezwickter Machart. Bei diesem handwerklich anspruchsvollen und aufwändigen Verfahren zieht der Schuster den Schaft über den Leisten nach unten über die Brandsohle und fixiert diesen, so dass eine Einheit entsteht. Anschließend werden Zwischen- und Laufsohle montiert.

Die großen Vorteile des klebegezwickten Schuhwerks sind eine besondere Formbeständigkeit und Langlebigkeit bei der richtigen Pflege. Wir sind vermutlich der weltweit einzige Hersteller, der auch alle Halbschuhe zwickt. Der Nachteil des Klebezwickens ist sehr aufwändige Produktion, die den Schuh etwas teurer macht.

Falls die Laufsohle verschlissen ist, kann der Schuh ohne Probleme neu besohlt werden. Das machen wir bei HANWAG in Vierkirchen selbst. Vielen Kunden nehmen diesen Service gerne in Anspruch, schließlich sind ihre Schuhe perfekt eingelaufen. Und häufig „kleben“ daran wunderbare Erinnerungen. Immer wieder erhalten wir Schuhe zur Wiederbesohlung, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Da blüht unser Handwerkerherz voller Stolz auf. Das ist Qualität.


 

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