Hanwag Zwiegenäht

Die Zwiegenähten sind nicht neu – ganz im Gegenteil. Seit mehr als 90 Jahren fertigt HANWAG robuste Lederstiefel nach der echt zwiegenähten Machart.

Wir können behaupten, dass wir zu den wenigen Schuhmachern gehören, die noch heute diese traditionelle und handwerklich anspruchsvolle Machart beherrschen. 


Echt zwiegenähte Machart:

Dies ist die „echte“ Variante, die wir ausnahmslos bei HANWAG anwenden. 

Zunächst stanzen wir die Brandsohle (die bezeichnet man gerne als „Herzstück“ des Schuhs, weil sie von außen später nicht sichtbar ist) aus und heften diese auf den Leisten. Dann geht es an die erste Naht, die so genannte Einstechnaht: Wir nähen das Oberleder mit dem Futter und der Brandsohlenlippe (das ist eine Erhebung am Rand der Brandsohle) zusammen. Ist diese erste Naht fertig, muss man „ausschlagen“. Das heißt, wir legen Oberleder und Futter im rechten Winkel nach außen. Bei einigen Modellen kommt außen noch der Rahmen dazu. In dieser Position entfernen wir mit einem scharfen Werkzeug den Überstand von Vorder-, Hinterkappe und vom Futter. Der Überstand, also das „Zuviel“ an Oberleder bleibt – wir nähen es bei der zweiten Naht mit um. Diese zweite Naht ist jetzt an der Reihe. Man nennt sie Doppelnaht, sie verbindet Oberleder, Rahmen (bei einigen Modelle) und Zwischensohle. Das Oberleder ist so fest durch zwei Nähte mit dem Schuhboden verbunden. Fertig ist der echt „zwiefach“ Genähte!

Einen „echt“ Zwiegenähten erkennt man also am sichtbaren Oberleder am Sohlenrand. 

Bei „falsch“ Zwiegenähten sieht man es nicht. Es „verschwindet“ sozusagen im Schuh. Viele Hersteller fertigen „verfälschtes“ zwiegenähtes Schuhwerk: Nach dem Einstechen (also der ersten Naht, die identisch zur echten Variante ist) werden nicht nur Überstände an Vorder-, Hinterkappe und Futter entfernt, sondern auch vom Oberleder. Die Doppelnaht wird dann „nur“ noch zwischen Rahmen und Zwischensohle gezogen. Das heißt, das Oberleder wird kein zweites Mal mehr eingenäht. Übrigens gibt es auch eine dritte, noch „stärker gefälschte Variante“: Schuhwerk, das zwar auf den ersten Blick zwiegenäht scheint, das sich aber bei näherer Betrachtung als vollständig geklebt herausstellt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich um einen flexiblen Schuh mit herkömmlicher Fertigsohle handelt, der lediglich zweimal gedoppelt ist und so einen zwiegenähten Schuh vortäuscht.

Am Ende kommt es aber nicht auf die Optik an. Was zählt, sind Haltbarkeit und Stabilität des Schuhs. Und da unterscheiden sich die scheinbar so ähnlichen Macharten erheblich: Bei den "falsch" Zwiegenähten „fehlt“ das vernähte Oberleder als „Stabilisator“ – der Schuhboden hängt nur am Rahmen. Zwar ist auch die Zwischensohle mit dem Schaft verklebt, aber eine Naht hält wesentlich mehr als der beste Klebstoff. Das heißt konkret: wenn Rahmen oder Doppelnaht reißen, kann man den Schuh nicht mehr reparieren. Bei uns kommt das keinesfalls in den Schuhkarton. Unsere Zwiegenähten sind allesamt „echt“ und ausnahmslos zwiegenäht. Und so wird es auch bleiben.

Früher musste man als „Preis“ für die lange Haltbarkeit der echt Zwiegenähten eine gewisse – nicht immer angenehme – Einlaufzeit hinter sich bringen. Heute sorgen moderne Polsterschäume, weiche Futterleder und handwerkliches Können dafür, dass Zwiegenähte nur eine kurze Einlaufzeit benötigen – manchmal sogar gar keine!

Erfahre hier mehr über die verschiedenen Macharten >>

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