Wandern extrem: In 50 Stunden von Oberstdorf nach Vernagt in Südtirol

3. August 2010

Thorsten Hoyer hat es geschafft: Er wanderte nonstop, ohne Schlaf, in zwei Tagen auf der “Königsetappe” des europäischen Wanderwegs E5 von Oberstdorf bis nach Südtirol. Normalerweise benötigt man sechs bis sieben Tage für die rund 120 Kilometer lange Strecke. Für Hoyer ist die reine Streckenlänge allerdings kein Thema: Er hat bereits andere Wanderwege wie den Elisabethsteig oder den Kellerwaldsteig in über 50 Stunden nonstop erwandert und dabei z.T. weit über 200 Kilometer zurückgelegt. Was bei der hochalpinen Wanderung entlang des E5 jedoch fordert, sind die 6500 Höhenmeter, die im Aufstieg zu bewältigen sind. Und fast 6000, die im Abstieg die Knie und Oberschenkel belasten. Hoyer hat lange an der Strecke und dem Zeitplan getüftelt, um einschätzen zu können, dass sein Plan funktioniert. “Aber ganz sicher war ich mir nicht”, gibt Hoyer hinterher zu, als er mit einem breiten Grinsen um 9 Uhr morgens am Vernagt-Stausee sitzt und sich ein deftiges Frühstück und ein Weizenbier gönnt. Genau 49,5 Stunden war er unterwegs und damit zwei Stunden schneller als gedacht. Aber um Zeiten und Geschwindigkeit geht es dem Extremwanderer nicht: “Ich wollte einfach wissen, ob ich das packe. Zwei Nächte ohne Schlaf und lange Strecken, da weiß ich, dass es geht. Aber ich hatte vorher keine Erfahrung, wie sich die enorme Auf- und Abstiegsbelastung auf meinen Körper und meine Psyche auswirken.”

Am Ziel: Blick auf Vernagt

Thorsten Hoyer ist vermutlich der erste, der diesen Abschnitt des E5 nonstop gegangen ist. Der bescheidene Hesse würde mit einem solchen “Rekord” nie hausieren gehen; aber natürlich freut er sich darüber. Ein Extragrinsen kann er sich dann doch nicht verkneifen.

Tag und Nacht

Fotos: Joachim Stark

Rückblick ICE COL TREK

28. Mai 2010

Nach einer anstrengenden Rückreise mit sechs Stunden Aufenthalt in Abu Dhabi, einer schlaflosen Nacht und ausgiebigem Weißwurschtfrühstück mit lecker und viel Weißbier konnte ich mich bei guter Haushamer Bergluft unter weißblauem Himmel wieder einigermaßen regenerieren. Dass man sich auf über fünfeinhalbtausend Metern nicht mehr vollständig erholen kann, merke ich beim Blick auf die Waage und in den Spiegel. Meine Höhentauglichkeit ist zur Zeit top, ansonsten sind für die Wiederherstellung meiner sportlichen Physis ein paar Klettereinheiten extra nötig…

Der Trek vom Makalu Basecamp über die Ice Cols nach Chukung und über Dingboche und Namche Bazar hinaus nach Lukla war ein absolutes Highlight. Nachdem uns am Makalu der Gipfel verwehrt blieb, fieberten wir förmlich der Tour über die sogenannten Ice Cols entgegen: East Col (6100 m), West Col (6100 m) und Amphu Labtsa (5780 m) sind nicht einfach nur “Pässe”, wie wir dachten; es sind wilde, steile, schotterige Fels- und Eisrinnen, die bergsteigerisch einiges fordern und einigermaßen gute Nerven voraussetzen.

Nach Abbau der Zelte im Basislager und Verpacken der Ausrüstung (die mit Trägern auf dem regulären Weg nach Tumlingtar zurück ging) standen wir plötzlich ungewohnt “nackt” da: Jeder hatte seinen Rucksack nur mit dem Nötigsten bepackt: Zelt, Kocher, Minimalverpflegung, Schlafsack, Steigeisen, Pickel, Seil, Kamera. Ein gutes Gefühl.

Verabschieden von Luis, Joe und Alix, die ein paar Tage später noch einmal den Gipfel versuchen wollten. Leider gibt’s bis heute morgen (28.5.2010) keine Nachricht von ihnen; ob sie wohl den Gipfel “geknackt” haben? Mittlerweile haben drei Mitglieder der französischen Expedition (unterstützt von ein paar Sherpas) und einige von Arnold Costers Team auf der Normalroute sowie drei Ukrainer auf ihrer Hardcore-Route über die Südwestwand den Gipfel erreicht. Herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe, dass auch bei unseren Kollegen alles klar ging.

Unser Weg führte zunächst nicht hoch, sondern runter. Vom ABC geht es zum Schutt übersäten Barun Gletscher auf 5200 und auf der anderen Talseite durch die Seitenmoräne mit vertikalem Schotter und fliegenden Steinen hinauf Richtung East Col. Vor der nächsten Gletscherzunge befindet sich ein toller Lagerplatz mit Blick zurück auf den messerscharfen Westgrat des Makalu. Leider ist es wie überall: Wo Menschen (vor allem kommerzielle Trekkinggruppen und Sherpas) sind, sieht es aus wie auf einer Müllhalde. Na ja, die gefundenen Metalltische immerhin machen das Frühstück am nächsten Morgen sehr bequem.

Lager, hinten links der Makalu

Über den Gletscher seilen wir an. Als Führender verschwinde ich ein paar Mal bis zur Hüfte in einer Spalte. Aber das ist kein Problem, bei sechs Leuten Sicherheit hinter mir bleibt der Adrenalinspiegel aber im Keller. Als wir den Wandfuß am East Col erreichen, sind wir uns nicht sicher: Da sollen wir hoch? Und wie zur Bestätigung der Zweifel rumpelt es und Steine fliegen durch die Aufstiegsrinne. Also Abstand, einer schaut, einer rennt. Weiter oben kann ich einem fußballgroßen Brocken gerade noch ausweichen. Aber alles geht gut, nach einer halben Stunde sind wir höher als alles lose Geröll. Gebetsfahnen bringen Farbe in die grau-weiße Hochgebirgsszenerie.

Steffi auf dem East Col

Blick zum Makalu vom East Col

50 Meter Abseilerei bringt uns auf das Gletscherplateau, das uns in gerader Linie in 45 Minuten vorbei am Baruntse zum West Col führt. Wir erklimmen die kleine Felsmauer am Ende des Gletschers (natürlich wehen wieder Gebetsfahnen im Wind) und blicken auf der anderen Seite in eine wilde Schotterrinne hinab. Klaus übernimmt als alter Bergwachtler die Führung und wir seilen ab. Ab der Hälfte steigen Artur und ich zu Fuß ab und ich finde einen kletterbaren Weg nach unten. Die anderen seilen weiter ab und Klaus richtet die Stände ein (wo zum Henker hat der Kerl in diesem losen Bruchhaufen Stand gemacht???). Das frisst Zeit. Als wir schließlich über den Gletscher wandern, kommt Nebel auf, was die Orientierung nicht eben erleichtert. Kurz bevor es dunkel wird, finden wir auf einer alten Moräne endlich einen Weg, der seinen Namen verdient hat: Seit über fünf Wochen hatten wir kein so planes Gelände mehr unter den Füßen (von Gletschereis einmal abgesehen) und wir rennen förmlich durch die Nacht Richtung Lagerplatz an einem romantischen See.

Rast zwischen Hunku Gletscher und Amphu Labtsa

Der nächste Tag bringt traumhaftes Trekkinggelände: ein guter Weg, mit Steinmännern markiert, in einer völlig abgeschiedenen Gegend. Der Aufstieg zum Amphu Labtsa ist die Steigerung des bisherigen: Wir entdecken weit oben einen Steinmann und halten darauf zu. Dass keine Spuren mehr zu erkennen sind, gibt uns zwar zu denken, aber da ist ja dieser Steinmann… den wir nach einer wilden Klettereinlage an losen Riesenblöcken unter gigantischen Eiswasserfällen und einer plattigen Querung, die Artur vorsteigender Weise mit Seil überwindet, auch erreichen. Weiter über losen Schotter, der gottseidank liegen bleibt und sich nicht auf die senkrechten Abbrüche unter uns zu bewegt, erreichen wir den Pass. Später erfahren wir, dass sich die eigentliche Route weiter links befindet und über riesige und nicht minder wilde Eisterrassen führt. Und unser Steinmann? Ein Scherz, wer Böses dabei denkt…

Aufstieg zum Amphu Labtsa

Abseilen am Amphu Labtsa

Von oben blickt man schon fast in die Zivilisation: 30 Meter abseilen und dann geht’s nur noch runter und raus. Auf guten Wegen halten wir direkt auf den Lhotse zu. Ein kleiner Hügel duckt sich vor der Riesenmauer des 8000ers: Der Island Peak. Schon lustig: Die Pässe, über die wir kamen, sind genau so hoch wie dieser bekannte Gipfel. Aber jetzt geht’s abwärts, auf dem Weg nach Chukung unterschreiten wir das erste Mal seit über fünf Wochen die 5000-Meter-Marke; die Luft wird wieder dick, mit jedem Meter tiefer kehrt die Energie zurück.

Island Peak vor Lhotse

In Chukung checken wir in einer Lodge ein und feiern wir den erfolgreichen Abschluss der Unternehmung. Das Bier schmeckt grandios, der Blick auf die Ama Dablam weckt Bergsteigerträume und die Aussicht auf zwei Tage gemütliches Wandern stimmt fröhlich. Geographische Gipfel haben wir zwar keine erreicht, physische und mentale Höhepunkte gab’s aber genug. Und rückblickend immer wieder die Erkenntnis: Alle sind gesund, das ist mehr wert als alle Gipfel zusammen.

In Chukung, hinten die Ama Dablam

Beginn der Kultur: Glückliche Kühe

Die letzten zwei Tage entlang des “Everest Trail” sind zunächst ganz schön, werden aber zunehmend langweilig. In den letzten fünf Jahren hat der Tourismus das Tal fester in seinen Würgegriff genommen. Ab Dingboche gibt es nur noch “Restaurants”, Cybercafes und mehr Lodges als Besucher. Alles ist verdammt teuer, eine Flasche billiges Wasser kostet 200 Rupees. Um hier als Tourist zu überleben, braucht man mindestens 10-15 Euro pro Tag. Steffi, die vor ein paar Jahren hier war, ist völlig konsterniert von der Entwicklung. Aber so ist der Lauf der Dinge; den Leuten kann man es kaum verübeln, wenn sie versuchen, daraus Profit zu schlagen.

Ausdruck einer Kultur: Die Augen Buddhas

Klaus dreht die Gebetsmühlen

Freundliche Menschen (fast) überall

Mehr Menschen, bessere Wege

Terrassenfeldbau bei Namche Bazar

Auf der ganzen Tour hatten wir bestes Wetter. Als wir am Nachmittag schließlich in Lukla eintreffen und bei einem Bier im Hotel sitzen, fängt es an zu regnen. Am Makalu hat uns das Wetter einen Streich gespielt; aber Ätsch, am Ende wenigstens konnten wir dem Wetter ein Schnippchen schlagen  ;-)

Die nächsten Beiträge / Vorschau:
Ausrüstung, Karten, Bilder

Termin:
Einfach dran bleiben und schauen…

+ newsticker vom wlan flughafen abu dhabi +

24. Mai 2010

+ ice col trek erfolgreich + stop + in fuenf tagen sind wir zu siebt ueber die ice col route vom makalu basecamp nach lukla rausgewandert + stop + : helga, juergen, christoph, arthur, klaus, steffi und ich + dabei waren zwei 6100 meter hohe paesse und einer mit 5800 zu ueberwinden + und das war kein spass + stop + das heisst eigentlich war gerade das ein grosser spass wo es richtig zur sache ging + stop + heikles geroell, steinschlaggefaehrdetes gelaende, vertikaler blockschotter im aufstieg und abseil und abkletterstellen durch kombigelaende in wilden szenerien im abstieg machen bedeuten eher eine anspruchsvolle hochtour als ein gewoehnliches trekking + stop + dazu gletscherquerungen auf ueber 6000, maerchenlandschaften mit weiten taelern, gletschern, seen + stop + im gegensatz zu unseren versuchen am makalu hatte wir brutales wetterglueck + stop + keine wolke am himmel und kaum wind + als wir die letzte wanderwegetappe nach lukla hinter uns gebracht hatten und beim wohlverdienten bier im hotel statt im zelt sassen hat es sofort zu regnen begonnen + stop + das nennt man timing + lol +

+++ den schwaermereien folgen demnaechst bilder +++

+++ luis, joe und alix hatten noch laenger zeit um einen weiteren versuch am makalu zu unternehmen + stop + heute 24 mai muessten sie den gipfel erreicht haben wenn alles geklappt hat + stop + aber ich habe noch keine infos wie es lief + stop + also weiterhin die daumen fuer auf und abstieg druecken +++

+++ bis dann + over and out +++

Der Höhensturm bläst uns den Gipfel weg

17. Mai 2010

Das angekündigte Wetterfenster ist komplet zusammengeschrumpft. Und dieeuropäischen Wetterdealer hatte Recht – was uns gar nicht Recht war: Wir sind wie geplant in unser Lager 2 aufgestiegen und guten Mutes vorgestern Richtung Makalu La aufgebrochen. Mit schweren Rücksäcken, gepackt mit Schlafsack, Kocher, Verpflegung. Nach schier endloser Plackerei (war der Aufstieg neulich nicht noch einfacher?) haben wir den Makalu La erreicht – und standen in einer Volldüse mit rund 80 km/h Wind. Nicht daran zu denken, hier oben das Lager zu errichten und Zelte aufzubauen! Schweren Herzens, um nicht zu sagen total gefrustet, mussten wir absteigen. In dem Moment ist klar: Das war’s. Keine weitere Chance. Wenn wir jetzt absteigen, sind wir am Tag darauf zu platt für einen weiteren Versuch. Außerdem läuft uns die Zeit vor dem Heimflug davon. In dem Moment ist das jedem klar, auch wenn wir abends im Zelt noch fleißig hin- und herfunken und die Möglichkeiten diskutieren. Die Zeltplane rattert und rüttelt, teilweise versteht man das eigene Wort nicht mehr. Die Entscheidung, abzusteigen, war richtig. Trotzdem. Vielleicht. Hätte. Oder nicht? Für Jürgen hätte der heutige Tag ein ganz besonderer sein können: heute, am 16., dem angedachten Gipfelag, ist sein Geburtstag. Das wäre was gewesen! Aber so musste er sich mit einem polyphonen Ständchen im Basislager begnügen.

Im Höhensturm

Nun, es ist vorbei. Zumindest für mich und die meisten anderen. Luis, Joe und Alix haben noch eine Woche Zeit: Sie hatten von vorneherein geplant, länger zu bleiben. Und was sagt die Instanz, die über Erfolg und Misserfolg entscheidet: der Wetterbericht? Das nächste Wetterfenster ist VIELLEICHT um den 22. Mai zu vermuten. Das heißt: Die drei haben noch eine Chance! Ich drücke ihnen feste die Daumen, dass das noch klappt. Für mich und die anderen kommt der letzte Teil der Expedition, der Rückmarsch zum Flugplatz, der uns mit Kathmandu verbindet.

Morgen starten wir zum Trek über die sogenannte Ice-Col-Route. Dieser Trek ist eine anspruchsvolle Hochtour, die uns über zwei 6100 Meter höhe Pässe ins Solu Khumbu Gebiet führt. Vorbei an so bekannten Bergen wie Baruntse und Ama Dablam. Schöne Berge. Aber ein witziges Gefühl: Unser Lager 2 lag bereits höher als der die Ama Dablam hoch ist. Und vorgestern hätten wir auf den Baruntse hinunterspucken können. Aber am Makalu sind solche Höhen nur Zwischenstufen auf dem Weg zum Gipfel: 8463 Meter hoch und leider unerreichbar. Gone with the wind. Einen Erfolg haben wir aber definitiv zu verbuchen: Alle sind gesund wieder vom Berg runter gekommen. Bis auf kleine Wehwehchen geht’s allen gut. Das ist viel wert!

Auch wenn die Hauptsache, das Kapitel Makalu, nicht mit einem Happy Summit endet: Das nächste Kapitel steht unmittelbar bevor: Die Wanderung über die Ice-Cols ist ein Abenteuer für sich. Und so hoffe ich, in ein paar Tagen aus Namche Bazar oder spätestens aus Kathmandu noch Schönes berichten zu können. Also: Dranbleiben. Und Daumen drücken lohnt sich immer!

Wetter- und Wetterberichtskapriolen – Zwischen Glaube und Hoffnung

11. Mai 2010

16 ist die magische Zahl! Charly Gabl hat uns gestern unter Vorbehalt (da ihm zu diesem Zeitpunkt nur eine amerikanische Wettermodellrechnung vorliegt) eine schier unglaubliche Nachricht übermittelt: Am Sonntag, den 16. Mai, legt der Jetstream eine Pause ein und lässt am Gipfel ein laues Lüftchen mit 20 km/h wehen! Dies ist für uns der letztmögliche Gipfeltag! Und ausgerechnet an diesem Tag sollen die Voraussetzungen günstig sein! Diese Nachricht reißt uns aus unserer Lethargie und gibt uns Energie zurück. Nach zehn Tagen untätigen, gefrusteten Abhängens im Basislager haben wir wieder die Aussicht, das tun zu können, weswegen wir hier sind: Bergsteigen!

Dann heute Ernüchterung: Charly hat das normalerweise genauere und bessere europäische Berechnungsmodell zu Rate gezogen und dieses besagt: 60 km/h und an den Tagen vorher 70-100. Also gab’s heute lange Diskussionen, weil das einen Gipfelerfolg fast unmöglich macht. Aber am Plan mit dem Trekking usw. ändert sich nix.

Zur Teatime dann weitere News: Ein anderer Wetterbericht (von Meteotest) prognostiziert für den 16. Wind mit 15-20 km/h und Temperaturen von gerade mal -20° am Gipfel! Wir schwanken zwischen Hoffen und Bangen: Welchem Bericht sollen wir glauben? Jetzt im Moment baut der Sturm sogar hier im Basislager fast die Zelte ab. Die Hoffnung auf Traumbedingungen beim Anstieg zum Makalu in zwei Tagen fällt schwer. Aber wie dem auch sei, all dies ändert an unserem ursprünglichen Plan nichts:

Übermorgen brechen wir auf – bei nicht optimalen Bedingungen. Am Makalu La erwarten uns nach wie vor stürmische Winde. Aber da müssen wir durch, wenn wir unsere Chance auf den Gipfel nutzen wollen. Der kritische Tag ist also der Samstag, wenn wir in Richtung des letzten Hochlagers auf rund 7800 m aufsteigen und das Lager einrichten müssen. Hoffen wir, nicht vom Winde verweht zu werden… Die Vorzeichen stehen nicht ungünstig – der Rest ist Glück!

Lieber Leser und liebe Leserin: Bitte alle Daumen drücken, dass sich die Europäer in Sachen Wetter diesmal verrechnet haben! Alle Stimmen für die Amis!!!

Warten auf den G-Tag

11. Mai 2010

Warten. Jeden Tag auf’s neue. Um ein paar Lichtblicke in unser Lagerleben zu bringen, bilden wir uns in Sachen Höhenmedizin weiter und bauen ein paar Highlights kulinarischer Art ein. Wir nehmen die Sauerstoffsysteme unter die Lupe. Auch den Certec-Bag unterziehen wir einem Praxistest und schicken Steffi per Handpumpe 1000 Meter tiefer. Wir werden den Certec-Bag zwar nicht mehr benutzen, da wir die kritischen Adaptationsphasen längst hinter uns haben; aber vielleicht kommt ja mal ein Träger oder ein verirrter Trekker mit Höhenproblemen vorbei…

Steffi im Certec-Bag

Noch mehr Freude machen die Abwechselungen auf dem Speiseplan: Die beiden Südtiroler Arthur und Klaus bereiten Speckknödel mit Krautsalat zu und servieren uns den Geschmack der Alpen untermalt von unsäglicher alpenländischer Volksmucke! Aber ich kann Euch sagen: Sauguat! Und mein mitgebrachter Williams passt hervorragend dazu! Auch die Steffi hat zugeschlagen und Kaiserschmarrn gemacht. Eier und Mehl zählen hier sowieso zu den Grundnahrungsmitteln und sind ausreichend vorhanden. Wir hatten anfangs 1500 Eier im Gepäck – das ist doch was! :-)
Der Schmarrn war jedenfalls ein Fest und fast so gut wie daheim. Nur Apfelmuß hat gefehlt; statt dessen gab es (wie immer) Dosenfrüchte dazu. Aber eines muss gesagt werden, auch wenn ich hier in Schwärmerei bezüglich heimischer Küche verfalle: Die Köche hier kochen extrem gut. Aber nach 39 Tagen dann doch immer ähnlicher, knoblauchlastiger Verpflegung lechze ich nach anderen Geschmacksrichtungen.

Abhängen im ABC

Die Zeit vertreiben wir uns mit kleineren Wanderungen, Teetrinken, Lesen. Und Planspielchen, wie es weitergehen wird. Sollte der Wetterbericht bis zum 16. Mai den G-Tag verkünden,
starten wir durch. Danach wird es zeitlich knapp. Bis dahin hoffe ich, dass die eigene Energie durch’s Rumhängen nicht ab-, sondern zunimmt und für einen engagierten Gipfelangriff noch ausreicht.

Das Strategiespiel beginnt

11. Mai 2010

Nachdem wir inzwischen bei moderaten Wetterbedingungen (vormittags immer Sonne, Nachmittags immer leichter Schneefall und Wind) den Weg bis zum Makalu La (7400m) mit Fixseilen versichert haben, waren zwei Ruhetage angesagt. Danach wollten wir ENDLICH zum Akklimatisieren zum nächsten Lager (ca. 7400m) aufsteigen. Am bisher wohl besten Tag der gesamten Zeit am Berg (Sonne, Sonne, Sonne bis sie unterging) stiegen wir zum Lager 2 auf. Das bescherte uns ein paar schöne Momente mit Blick auf den Everest gegenüber. Allerdings setzte schon in der Nacht Schneefall ein und nach einem Funkgespräch ins Basislager, wo wir den neuesten Wetterbericht erfragt haben, blieb uns nur der Abstieg.

Die Zeit wird jetzt langsam knapp: Noch zwei Wochen bleiben für einen Besteigungsversuch des Makalu. Um uns nicht völlig platt zu machen, beschließen wir, auf die Akklimatisationsnacht über 7000 Metern Höhe zu verzichten. Physiologisch ist eine Übernachtung in dieser Höhe sowieso fragwürdig; aber eine Nacht auf dem Makalu La hätte uns die Chance gegeben, das darauf folgende Gelände auszukundschaften. Darauf müssen wir jetzt verzichten. Ein Besteigungsversuch dauert mit Abbau der Hochlager rund sechs Tage. Wir haben also – wenn man die dringend nötigen Ruhetage berücksichtigt – noch eine Chance, innerhalb der zwei Wochen den Gipfel zu erreichen. Das Strategiespiel beginnt! Der Wetterbericht ist dabei die entscheidende Instanz.

Makalu mit Sturmhaube

Das erste eventuell gute Wetterfenster ist 12 Stunden groß und birgt bei nur geringfügiger zeitlicher Verschiebung das Risiko, im Abstieg am Makalu La von Höhenstürmen malträtiert zu werden. Die nächste Möglichkeit sieht “Wetterprophet” Charly Gabl von der ZAMG Innsbruck um den 12. Mai herum. Doch bei einer erneuten Nachfrage hat sich das nicht bestätigt: Der Jetstream mit Windgeschwindigkeiten bis 140 km/h hält sich im Osten Nepals länger als gedacht und verbläst unsere Hoffnungen, das Nichtstun im ABC zu beenden. Ich lerne hier, dass Höhenbergsteigen einfach auch heißt: Warten. Für Alpenbergsteiger und Kletterer wie mich ist es extrem frustig, an sich gute Tage verstreichen zu lassen, um auf DEN guten Tag zu warten. Bis ca. 6500m könnte man zur Zeit in Nepal jeden Berg besteigen – bei besten, stabilsten Bedingungen! Darüber herrschen bei minus 20-30°C und über 100 km/h Wind etwas unfreundlichere Bedingungen. Blöd, dass “unser” Berg 2000 Meter höher ist…

Immerhin ist das Wetter hier unten traumhaft: fast windstill und sonnig. Ein Pulli reicht als Oberbekleidung aus – solange die Sonne scheint!

Ruhetag

2. Mai 2010

Luis hat am morgen bei Sonnenschein die Zelte freigeschaufelt und sich auf dem Weg nach unten mit allen aufsteigenden Expeditionen verratscht. Zum Mittagessen ist er wohlbehalten zurück im ABC. Wie üblich scheint die Sonne und Vormittags weht fast kein Wind. S.o.: Duschen, Wäschewaschen usw.

Im Laufe des Tages besprechen wir das weitere Vorgehen: Der Makalu La ist ein Prüfstein für alle Expeditionsmitglieder. Es waren noch lange nicht alle auf 7000 Metern Höhe und die Versicherungsarbeit raubt zusätzlich Kräfte. Bis jetzt reduziert sich die Arbeitsleistung auf einige wenige. Wir legen zwei Ruhetage ein und versuchen dann ab dem schönen ersten Mai in einem Rutsch das ALLERLETZTE Stück zum Pass zu versichern, währen Singhi und Nima die Zelte hinaufschaffen, damit wir dort übernachten können. Wenn es soweit ist, sondieren wir das Gelände nach oben in die (weit entfernte) Gipfelregion. Der Wetterbericht ist nicht rosig: zwar wärmer, aber windig. Wärmer heißt minus 16. Dass bei minus 16 Grad ein kräftiger Wind ruckzuck über Sein und Nichtsein entscheiden kann, stimmt wenig tröstlich. Dafür gab es gerade eben einen traumhaften abendbesonnten Blick auf die umliegenden Berge. Und das motiviert ungemein!

Abstieg zum Erfolg

2. Mai 2010

Der nächste Tag. Same Procedure. Den Unterschied machten am Vorabend der „Fischtopf Rügen“ statt Bolognese aus dem Hause Reiter und die Tatsache, dass mir eine Ibuprofen und etwas Nasentropfen eine atmende und mit viel Schaf durchsetzte Nacht bereitet haben. Ich wache gut erholt auf. Am Abend zuvor haben wir noch per Funk die Startzeit für heute auf neun Uhr s.t. festgelegt. Die Temperaturen sind frischer als gestern und ich greife das erste Mal auf Susi zurück, was sich später als eine sehr gute Wahl herausstellt. Nach dem Geburtstagsständchen für Klaus, der heute 37 wird, geht’s um halb zehn s.t. los. Es ist komisch: Gestern lief der Motor ohne Psychounterstützung gut, heute bin ich wach, aber die Maschine spotzt. Auch Luis und Singhi sind heute nicht fit. Anstrengend und unglaublich zäh geht es bergauf: Schneefeld-Spalte-Schneefeld-Felsband-Schneefeld. Ich folge Joe über das Schneefeld bis zum nächsten, abschließenden Felsriegel vor dem ersehnten Shangri-, Pardon, Makalu La. Um die Sonne über uns hat sich inzwischen ein gigantischer Halo gebildet, untrügliches Zeichen für baldiges schlechtes Wetter. So ist es dann auch.

Wir erreichen unser Materialdepot vom Vortag und gleichzeitig kommen Schneefall und Wind auf. Nachdem Luis etwas zurückliegt, beginnt Joe mit der Versicherung im Blankeis, das mittlerweile von einer dünnen Schneeschicht bedeckt ist. Ich harre am Depot aus und lasse mich einschneien. Die 800 Gramm Daune zwischen mir und dem Schnee machen die Sache eigentlich recht gemütlich… Luis schließt zu Joe auf und übernimmt als Routinier das Vorsteigen. Als auch das Seil von Joe aufgebraucht ist, steige ich am Fixseil nach und hole meine Seilvorräte aus dem Rucksack. Ich sichere Luis, damit Joe absteigen kann. Immer noch hege ich die Hoffnung, heute endlich bis zum Pass zu kommen. Als sich das Seilende nähert und ich Luis Bescheid schreie, seilt er jedoch ab und wir treten den Rückzug an. Wind und Schnee zehren außer der Höhe von rund 7300 Metern an den Kräften. Während Luis entschwindet, bessere ich den Stand nach: Einer der geschlagenen Haken hatte sich in der Zwischenzeit gelöst und baumelt in den verworrenen Schlingen. Ich fixiere das Bündel mit dem Seil von oben und seile ebenfalls ab. Im Gegensatz zu gestern ist dies horrend anstrengend.

Verkabeln des Berges

Ich merke, wie ausgelaugt ich bin. Aber der Autopilot funktioniert und alle Handgriffe – Karabiner einhängen, Achter einlegen, Karabiner aushängen, Halten, Seil laufen lassen – funktionieren wie von selbst. Ich bin beruhigt, als ich bemerke, dass ich alle sicherheitsrelevanten Abläufe – ebenfalls wie von selbst – immer noch einmal kontrolliere, bevor ich sie ausführe. „Abstieg zum Erfolg“: Wir waren zwar nicht oben, aber sicher unten anzukommen bedeutet mir mehr als sicher oben anzukommen. Nach (gefühlt) endloser Abseilerei, während derer ich im Schneetreiben unter mir niemanden mehr gesehen habe, schließe ich am letzten Schneefeld zu Luis auf. Auch wen mir klar war, dass alles passt, ist es irgendwie beruhigend, wieder zu zweit zu sein. Zurück in C2 entschließt sich Luis, noch einmal hier oben zu übernachten. Er hat keine Lust mehr, sich umzuziehen und dann bei einbrechender Dunkelheit abzusteigen.

Ich schließe mich den beiden Sherpas an: Sie wollen auf jeden Fall zum ABC zurück. Der Gedanke, heute völlig zerstört hier bei Tütenfutter in der Kälte zu liegen, während unten Klaus seinen Geburtstag feiert, ist unerträglich. Ich mache kurz Pause, ziehe mich um (Susi bleibt oben) und trinke ein paar Tassen Tee, die mich erstaunlicherweise wieder auf die (also meine eigene) Höhe zurück bringen. Der Abstieg verläuft schnell und problemlos. Der Gletscher ist zwar leicht überzuckert, hat aber lange nicht so viel Schnee bekommen wie die Gegend ein paar hundert Meter weiter oben, zugewehte Spalten sind kein Thema. Ab dem Blockgelände stolpern wir im Licht der Stirnlampen nach unten und ich bin Singhi und Nima für die Wegfindung sehr dankbar. Auch nicht viel langsamer als sonst laufe ich gerade rechtzeitig zur
Suppe im Dome ein. Großes Hallo und Williams-Geburtstagsschnapserl!

Marshmellowmen Jo und Klaus

Abstimmungsprobleme und anstrengende Vorarbeiten

1. Mai 2010

Nach einem Ruhetag mit heißer Dusche (mit aktiv-manuellem Pumpsystem und naturgesunder Vital-Klima-Duschkabine), Wäschewaschen und exquisitem Nepali-Essen haben wir uns für die nächsten zwei Tage wieder den Makalu La vorgenommen. Der windumtoste Lagerplatz auf 7400 m Höhe ist ein entscheidender Zwischenstop auf dem Weg zum Gipfel. Aber erstmal hinkommen! Ein Stück haben wir ja bereits fixiert und wir sind zuversichtlich, dass wir die verbleibende Strecke an einem Tag hinter uns bringen können. Ich hab immerhin schon mal eine (a…kalte) Nacht im Lager2 auf 6800 verbracht und hoffe, damit gute Voraussetzungen zu haben, bis zum Pass steigen und an der
Versicherung mitarbeiten zu können.

Wellness-Dusche im Höhenkurort

Luis hat mit den anderen Expeditionsleitern (es sind außer uns am Berg: eine Ami-Aussi-Exped, eine multi-kulti-Exped, eine Französisch-Amerikanische, eine Mini-Ami-Exped) ein kleines Meeting einberufen, um das weitere Vorgehen am Berg zu besprechen und ggf. abzustimmen. Schließlich haben wir eine Woche Arbeits- und Akklimationsationsvorsprung und wir würden uns für unsere Leistung (die die anderen ja später in Anspruch nehmen werden) über eine gewisse Unterstützung freuen. Dies wird auch beschlossen: Die anderen sichern uns zu, Fixseile nach Lager 2 zu bringen, die wir dann für die Versicherung zum Makalu La verwenden können. Das spart uns den Transport der Seile und ist dadurch eine große Hilfe.

Unser Plan ist, in zwei Gruppen das Ding zu versichern, so dass die beiden Climbing Sherpas Singhi und Nima die Zelte hinauf transportieren können. Der Weg nach C1 ist ungewohnt belebt. Die Karawane der französich-amerikanischen Expedition schlängelt sich den Gletscher hinauf. Trotz fehlender Akklimatisation legen sie ein recht flottes Tempo an den Tag. Ihre Kopfschmerzen möchte ich nicht haben… Das C1 ist um mehrere Zelte angewachsen. Leider müssen wir nun erfahren, dass die Gruppe um Fabrizio Zangrilli doch kein Seil wie ausgemacht auf C2deponiert hat. Auch die andere Expedition hat lieber drei Stunden lang eine Alternativroute durch das Spaltengebiet gesucht und mit den 200 m Fixseil verkabelt, die eigentlich für unsere weitere Arbeit bestimmt war. So ist das anscheinend an den großen Bergen: Viele Wichtigtuer machen viel Wind, um sich dann in dünner Luft aufzulösen. Auf Absprachen kann man sich nicht verlassen. Der Gipfel überschattet alles. Schlecht gelaunt brechen wir vollbepackt von C1 nach C2 auf, nachdem wir vier Zelte abgebaut haben, die wir ein Stockwerk höher benötigen. Relativ problemlos kommen wir nach insgesamt rund sechs Stunden (ab ABC) im C2 an. Was mir den Rest gibt, ist das anschließende Buddeln der zusätzlichen Zeltplattformen. Ich bin platt. Spaghetti Bolognese aus der Tüte schmeckt in Anbetracht der Umstände extrem gut.

Die Nacht immerhin wird zwar schlaflos, aber warm. Das liegt an Joe und Susi, mit denen ich das Zelt teile. Joe sorgt für die menschliche Wärme (bitte nicht falsch verstehen: Zwei Leute im Zelt heizen die Bude einfach mehr auf als einer alleine), Susi hat ihren Namen von Joe bekommen und ist mein Daunenanzug, der den Rest des Zeltes ausfüllt. Die ersten zwei Stunden des Abends liege ich pflichtgemäß wach im Schlafsack, während der Gaskocher faucht und mit mäßigem Erfolg Schnee in Trinkbares verwandelt. Die restlichen zehn Stunden der Nacht erwarte ich den Morgen.

In kalter Frische beginnen Joe und ich den Tag und schmeißen um 7 den Kocher an. Bis 9 Uhr liefert er uns ausreichend Flüssigkeit für Bananenmilch, Müsli und die Tagesration Wasser. Ein kurzer Blick auf das Wetter lässt im hintersten Bewusstsein zumindest ein paar Glücksgefühle aufkommen: Gegenüber präsentieren sich Lhotse und Everest wolkenlos. Kurz die Kamera gezückt und wieder Rückzug in den Schlafsack.

Aber irgendwann müssen wir raus. Schon das Anziehen raubt mir jede Kraft. Noch bevor ich die Schuhe anhabe, schnaube ich wie ein Walross auf dem Trockenen. Irgendwie schaffe ich es, mich in Schale (Gurtzeug, Susi, Rucksack) zu werfen. Als die Sonne ihre ganze Kraft entfaltet (von minus 20 auf gefühlte plus 30 Grad in nur zwei Minuten) macht mir Susi klar, dass sie heute zu heiß für mich ist. Also wieder umziehen und ab in die Gore-Kluft. Die anderen (Joe, Luis, Jürgen, Helga und die beiden Sherpas) gehen schon los Richtung Felsband. Um zehn ist der versulzte Kraftstoff in meinen Speichern angewärmt und der Diesel zündet. Untertourig und mit Geländeuntersetzung bewege ich mich nach oben. Sowas von lahm. Aber stetig. Nach gar nicht allzu langer Zeit habe ich die anderen eingeholt. Meine physische Verfassung scheint also zumindest nicht besorgniserregend schlecht zu sein. Meine Psyche meldet etwas anderes.

Sehr anstrengend geht es das Schneefeld unterhalb der Felspartie hinauf, dann ins Mixed-Gelände aus großen Granitblöcken mit Blankeis dazwischen. Selten kann man im Schnee hinaufstapfen. Dem Gehstil der Climbing Sherpas kommt das Eis- und Schneegelände entgegen: Sie rennen förmlich mit einer Mords-Schrittfrequenz hinauf, um sich dann wieder auszuruhen. Ganz anders wir, die wir in einem sehr langamen, dafür aber stetigen Tempo aufsteigen. Das kombinierte Gelände, in denen sie kein Intervall-Renntempo anschlagen können, macht die Climbing Sherpas jedoch fertig.

Prinzip Polarfuchs: Sich einschneien lassen

Nach zweieinhalb, gefühlten vier Stunden kommen wir am Schneefeld über dem Felsband an. Dieses ist nicht wie gedacht 150, sondern 250 Meter lang. Joe übernimmt die Seilarbeit, während Jürgen absteigt. Er hat sich bei den gestrigen Schaufelarbeiten verausgabt. Luis und ich richten am Ende des Schneefelds bereits zwei Fixpunkte ein, an denen wir ein Materialdepot anlegen. Singhi und Nima haben echt gebuckelt und einiges dabei! Da es sehr windig und kalt geworden ist, beschließen wir, die Aktion am Folgetag zu vollenden und steigen bzw. seilen in 40 Minuten zum Lager 2 ab. VIERZIG MINUTEN! Na, wenigstens geht der Abstieg schnell!