HANWAG ProTeam Mitglied und Buchautor Thorsten Hoyer, seines Zeichens “Extremwanderer” hat sein neuestes und bis dato wohl krassestes Projekt abgeschlossen: In 54,5 Stunden durchquerte er zu Fuß und nonstop das Isländische Hochland; 215 Kilometer an einem Stück und völlig auf sich alleine gestellt. Auf dem Buckel: ein Rucksack mit zehn Kilo Notfallgepäck und Verpflegung. An den Füßen: den Trekkingstiefel Hanwag Taurus GTX, des Öfteren mit Leichtsteigeisen. Die Extremwanderung bestritt Hoyer unter anderem zugunsten des AIDS-Hilfsprojekte “Malaika”.

Start am 09. September um 08:30 Uhr im kleinen Ort Varmahlid in Nordisland. Eine stabile Hochdrucklage sorgte für prächtiges Wetter: blauer Himmel, Sonnenschein, ca. 15°C. Die ersten 23 km mussten der Ringstraße gefolgt werden. Dann ging es auf die Hochlandpiste “Kjölur”. Nach rund 15 km war dann auch der letzte kleine Hof passiert (bis hier führt der Weg immer wieder entlang der wenigen landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, fast ausschließlich Wiesenflächen – das letzte “Grün” für’s Auge!). Nach kräftigen Anstiegen befindet man sich dann auf der Hochebene, einer Wüste aus Steinen, Lava, und dunklem, oft schwarzem Sand. Um keine kostbare Zeit hinsichtlich der Orientierung zu verlieren, ging es entlang der Kjölur-Route. Hier gibt es kein Grün mehr, nur bei genauem Hinsehen fallen Flechten, Moose und wenige Gräser auf. Die Piste windet sich zwischen den Gletschern Hofs- und Langjökull entlang, deren Gletscherzungen man in der Ferne deutlich sieht – das Weiß und Schwarz bildet einen tollen Kontrast. Anstrengend für den Körper ist das Laufen auf der steinharten Piste, die mit Steinen und Schotter überzogen ist – und das entlang der gesamten Strecke. Für den Kopf ist es enorm anstrengend, dass man auf weiten Strecken bereits sehen kann, wo man in drei Stunden sein wird. Die erste Nacht ist hervorragend zu laufen, das Wetter ist optimal. Dies ändert sich in der zweiten Nacht: tosender Sturm aus sich ständig ändernden Richtungen erschwert das Fortkommen ungemein. Das Schlimmste dabei war aber, dass dieser einem den feinen Sand in die Augen weht. Ein paar mal boten große Felsen einen gewissen Schutz. Ein besonderes Erlebnis war es, das Polarlicht sehen zu können. Und das Gefühl mitten in dieser Einöde im Umkreis von 100 km der einzige Mensch zu sein! Am Morgen des zweiten Tages belohnte einem ein prächtiger Sonnenaufgang und Phantasie anregende Wolkenformationen, die in den kräftigsten Rottönen beleuchtet wurden. Es hieß genießen, denn bald schon begann der Sturm erneut, aber diesmal mit teilweise heftigem Regen. Aber immerhin, bis dahin war es trocken geblieben! Eine einzige Wohltat für die Füße war zur Hälfte der Strecke der Ort Hveravellier: ein Quellgebiet mit verschiedenen kleinen Tümpeln und Bächen mit heißem Wasser. Allerdings muss man aufpassen, dass man sich beim aufwärmen nicht verbrennt: das Wasser ist teilweise über 80°C heiß! Wäre es nicht so extrem schwefelhaltig – eine optimale Möglichkeit ohne Energieaufwendung einen heißen Tee zu genießen. Nach 215 km und 54,5 Stunden war das Ziel, der “Goldene Wasserfall” Gullfoss erreicht.
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