Luchse in Bayern

Ein fast unsichtbarer Geselle ist unterwegs in den Alpenländern und einigen großen Waldgebieten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Auch außeralpin kehrt auf leisen Pfoten der Luchs langsam zurück in seine angestammte Heimat. Im Bayerischen Wald wurde 1846 der letzte Luchs erschossen, seither galt er dort als ausgerottet. Bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts, als auf tschechoslowakischer Seite 17 Tiere im Bereich des heutigen Šumava-Nationalparkes freigelassen wurden. Von dort ausgehend hat sich der Luchs nach dem Fall des „eisernen Vorhangs“ seit Anfang der neunziger Jahre in den grenznahen Hochlagen etabliert – auch in Bayern.

logo-wildlandDie Wildland-Stiftung Bayern als Naturschutzorganisation des Landesjagdverbands Bayern (BJV), der als Jagdverband ein staatlich anerkannter Naturschutzverband ist, kümmert sich aktiv um den Schutz und Erhalt der wertvollen und schönen Kulturlandschaften Bayerns mit ihrer reichhaltigen Artenausstattung. Dazu gehören etablierte Tierarten wie das Rehwild ebenso wie der bedrohte Fischotter, das Birkwild, der Elch – und der Luchs. Hier fühlt sich HANWAG als traditioneller, bayerischer Berg- und Jagdschuhhersteller verpflichtet: Denn Bayern ist Lebensraum sowohl für uns Menschen wie auch für eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt. Eric Imm, Geschäftsführer der Wildland-Stiftung Bayern und Naturschutzreferent des BJV, begrüßt dieses Engagement.

Artenschützer heißen den Eurasischen Luchs, die größte Luchsart weltweit, in Bayern natürlich willkommen. Auch im Harz, der Rhön und im Schwarzwald taucht der ‚Lynx lynx’ – so lautet die wissenschaftliche Bezeichnung des gefleckten Leisetreters – wieder auf. Seine Ausbreitung stößt jedoch nicht überall auf Begeisterung. Um möglichst alle Interessen zu berücksichtigen und nachhaltigen Artenschutz zu betreiben, wurde 1996 ein Luchsprojekt ins Leben gerufen. Dieses Projekt des Naturparks Bayerischer Wald e.V. wird federführend vom bayerischen Umweltministerium und der Regierung von Niederbayern getragen und vom BJV und der Wildland-Stiftung Bayern sowie engagierten Mitgliedern der Jägerschaft unterstützt. Ziel ist es, die Akzeptanz für den Luchs zu fördern: Auf der Grundlage von fachlich hochwertigen, wissenschaftlich gewonnenen Informationen – beispielsweise wurden Luchse mit Sendern versehen und die Daten telemetrisch erfasst – wird versucht, Vertrauen zu schaffen und zwischen den Interessensgruppen mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen und Ansprüchen zu vermitteln. „Die große Katze mit den Pinselohren und dem Stummelschwanz ist bei vielen ein immer noch weitgehend unbekanntes Wesen,“ sagt Sybille Wölfl, Leiterin des Luchsprojekts. Sie weiß um die Probleme, die das Auftauchen eines Beutegreifers auslöst, das fast 150 Jahre lang bei uns in Bayern als ausgerottet galt.

Der BJV hat zusammen mit dem Naturpark in den Hauptverbreitungsgebieten des Luchses ein Netz an Luchsberatern aufgebaut, die als Ansprechpartner bei allen Fragen zum Luchs zur Verfügung stehen. Stefan Poost, Forstingenieur und Jäger, ist einer von ihnen. Als hauptamtlicher Gebietsbetreuer beim Naturpark Bayerischer Wald bildet er zudem eine Schnittstelle zwischen Luchsprojekt und Jägerschaft. Er gewinnt verantwortungsbewusste Jäger für die Ausbildung zu Luchsberatern und sammelt Daten für die Feldforschung. Er ist direkt an der Grenze zur früheren Tschechoslowakei aufgewachsen und kennt diese Bayerwaldregion wie seine Westentasche. „Landwirte sorgen sich um ihre Nutztiere und so mancher Jäger sieht den Bestand des Rehwilds in Gefahr, das die Hauptbeute des Luchses ausmacht“, sagt Poost.
Mit 3077 Quadratkilometern besiedelter Fläche steht der Naturpark Bayerischer Wald im Gegensatz zum geschlossenen, weitgehend unbesiedelten Nationalpark im breiten Spannungsfeld verschiedener, auch wirtschaftlicher Interessen innerhalb der Bevölkerung. Denn der Luchs beschränkt sich nicht auf ein kleines Territorium mit tiefen Wäldern: Ein Kuder (Luchsmännchen) beansprucht 200 bis 400 Quadratkilometer für sich, bei Katzen ist das Territorium rund halb so groß. Der Nationalpark Bayerischer Wald mit 240 Quadratkilometern und der angrenzende Šumava-Nationalpark machen mit 690 Quadratkilometern also nur einen kleinen Teil des Lebensraumes der geschätzten 50 erwachsenen Luchse aus, die im österreichischem Mühl- und Waldviertel, dem Böhmerwald und Ostbayern leben.
Die Wildland-Stiftung Bayern und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. sind gemeinnützige Organisationen. Als solche verfolgen sie keine wirtschaftlichen Interessen, sondern sind für ihre Arbeit auf Spenden angewiesen. HANWAG unterstützt deren Bemühungen für einen nachhaltigen Natur- und Artenschutz.

Kontakte
Wildland-Stiftung Bayern
Eric Imm, Dipl. Ing.
Geschäftsführer
Hohenlindner Str. 12
85622 Feldkirchen
Tel.: +49 (0)89 – 990 234 0
imm.wildland@jagd-bayern.de
info@wildland-stiftung.de
www.wildland-stiftung.de

Naturpark Bayerischer Wald e.V.
Sybille Wölfl, Dipl.-Biol.
Projektleitung Luchsprojekt
Infozentrum 3
94227 Zwiesel
Tel.: +49 (0)9943 – 943478
Fax: +49 (0)9943 – 943821
info@luchsprojekt.de
www.luchsprojekt.de

Luchsberater
Stefan Poost, Dipl. Forsting. (FH)
Ilz – Infostelle
Atzldorf 5
94142 Fürsteneck
Tel.: +49 (0)8555 / 40 72 986
Fax: +49 (0)8555 / 40 72 985
naturpark-bayer-wald-ilzinfo@t-online.de
www.naturpark-bayer-wald.de

Spenden
Wildland-Stiftung Bayern
Spendenkonto 1180800
Bankhaus Reuschel & Co
BLZ: 700 303 00

Luchsprojekt des Naturparks Bayerischer Wald e.V.
Naturpark Bayerischer Wald e.V.
Stichwort “Luchs”
Spendenkonto 222133
Sparkasse Zwiesel

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