
Seit zwei Jahren arbeitet HANWAG mit der Wildland Stiftung zusammen und unterstützt das Luchsprojekt im Bayerischen Wald. Ab 2008 erweitern wir unser Engagement für Umwelt und Natur und unterstützen Peter Sürth (43), Ingenieur für Tier- und Wildtiermanagement.
Sürth (43) lebt im Schwarzwald und ist ständig auf Achse: Im Rahmen seines Dauerprojekts „Der Weg der Wölfe“, bei der Telemetrierung von Bären in Rumänien oder bei Vorträgen über Wolf, Bär und Luchs an deutschen Schulen. Wir haben uns mit ihm über seine ungewöhnliche Tätigkeit unterhalten.
Du bist Ingenieur für Tier- und Wildtiermanagement. Was macht ein solcher?
Peter Sürth: Es geht darum, das Zusammenleben von Mensch und Wildtieren zu organisieren. Eine Koexistenz von Menschen und Bären beispielsweise bietet natürlich eine Menge Konfliktpotenzial, wie man beim bayerischen „Problembären“ Bruno 2006 gesehen hat.
Worin besteht Deine Arbeit?
Neben Feldarbeit – Aufspüren von Hinweisen auf Wolf, Bär und Luchs und Nachvollziehen ihrer Migrationswege – investiere ich sehr viel Zeit in Öffentlichkeitsarbeit. Dazu halte ich Vorträge an Schulen, aber auch bei Naturschutz- und Jagdverbänden oder vor politischen Interessengruppen
Was sind Deine aktuellen Projekte?
Mein bekanntestes ist „Der Weg der Wölfe“. Dabei begebe ich mich zusammen mit Teilnehmern zu Fuß auf die Spur von Wölfen, Bären und Luchsen zwischen Rumänien und Deutschland, um mehr über die Lebensbedingungen der Tiere zu erfahren. Es ist zum Beispiel unklar, woher und über welche Wege Wölfe in den Bayerischen Wald kommen. Auch von den Luchspopulationen dort und im angrenzenden Sumava-Nationalpark in Tschechien wissen wir nicht, wie sie mit den Luchsen weiter östlich an der slovakischen Grenze im Austausch stehen. Mit dem Luchsprojekt im Bayerischen Wald wurde von Behörden und Jagdverbänden ein sehr gutes Konzept erarbeitet. Jenseits der Grenze passiert diesbezüglich sehr viel weniger. Ich versuche, regionen- und länderübergreifend die Kommunikation zwischen den Interessengruppen zu fördern. Dabei habe ich den Vorteil, als freier Wildtiermanager nicht organisationsgebunden zu sein und kann so offen mit den unterschiedlichsten Parteien zusammenarbeiten.
Luchse, Wölfe, Bären in den Natur- und Kulturlandschaften mitten in Deutschland: Worin besteht der Nutzen einer Wiederansiedelung?
Es geht bei dieser Debatte nicht um eine von Menschen durchgeführte, aktive Ansiedelung, sondern darum, den Tieren ungehinderte Wanderungen zu ermöglichen. Wenn dies gelingt, kommen sie ganz von selbst. Wichtig ist jetzt, wie wir die Koexistenz von Menschen und Wildtieren in Deutschland auf einem für beide Seiten akzeptablen Niveau umsetzen. Dafür ist es nötig zu verstehen, wie Wildtiere die menschlich geformte Umwelt wahrnehmen.
Wie lange und wie weit bist Du zu Fuß pro Jahr draußen unterwegs?
Insgesamt komme ich etwa auf rund 3000 Kilometer pro Jahr, während den Expeditionen 2005 und 2006 größtenteils mit schwerem Gepäck.
Was erwartest Du Dir von HANWAG?
Für meine Arbeit sind gute Schuhe essentiell. Aber ich hoffe auch auf Ansprache der naturverbundenen Kunden von Hanwag, dass weitere Öffentlichkeit geschaffen wird für eine gemeinsame Zukunft mit Wolf, Bär und Luchs.
An der Arbeit von Peter Sürth kann man sich direkt beteiligen und ihn auf seinen Expeditionen als Ökovolontär oder einfach als Naturfreund und Mitwanderer begleiten. Die Wildlandstiftung engagiert sich für die bedrohten Tierarten in Bayern und arbeitet eng mit den Jagdverbänden und Umweltbehörden zusammen.
Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten:
Schlagworte: peter sürth, weg der wölfe




