Thorsten Hoyer hat es geschafft: Er wanderte nonstop, ohne Schlaf, in zwei Tagen auf der “Königsetappe” des europäischen Wanderwegs E5 von Oberstdorf bis nach Südtirol. Normalerweise benötigt man sechs bis sieben Tage für die rund 120 Kilometer lange Strecke. Für Hoyer ist die reine Streckenlänge allerdings kein Thema: Er hat bereits andere Wanderwege wie den Elisabethsteig oder den Kellerwaldsteig in über 50 Stunden nonstop erwandert und dabei z.T. weit über 200 Kilometer zurückgelegt. Was bei der hochalpinen Wanderung entlang des E5 jedoch fordert, sind die 6500 Höhenmeter, die im Aufstieg zu bewältigen sind. Und fast 6000, die im Abstieg die Knie und Oberschenkel belasten. Hoyer hat lange an der Strecke und dem Zeitplan getüftelt, um einschätzen zu können, dass sein Plan funktioniert. “Aber ganz sicher war ich mir nicht”, gibt Hoyer hinterher zu, als er mit einem breiten Grinsen um 9 Uhr morgens am Vernagt-Stausee sitzt und sich ein deftiges Frühstück und ein Weizenbier gönnt. Genau 49,5 Stunden war er unterwegs und damit zwei Stunden schneller als gedacht. Aber um Zeiten und Geschwindigkeit geht es dem Extremwanderer nicht: “Ich wollte einfach wissen, ob ich das packe. Zwei Nächte ohne Schlaf und lange Strecken, da weiß ich, dass es geht. Aber ich hatte vorher keine Erfahrung, wie sich die enorme Auf- und Abstiegsbelastung auf meinen Körper und meine Psyche auswirken.”
Thorsten Hoyer ist vermutlich der erste, der diesen Abschnitt des E5 nonstop gegangen ist. Der bescheidene Hesse würde mit einem solchen “Rekord” nie hausieren gehen; aber natürlich freut er sich darüber. Ein Extragrinsen kann er sich dann doch nicht verkneifen.







