Warme Füße auf Outdoor-Touren

Warme Füße auf Outdoor-Touren

18.12.2015 Bergpost News
Wenn sich jemand mit Kälte auskennt, dann Martin Hülle. Hier seine besten Tipps, wie man auf Tour für warme Füße sorgt.

1. Geeignete Schuhe
Das A und O! Wer mit Turnschuhen ins Hochgebirge aufbricht, kann sich auch im Sommer Erfrierungen einhandeln. Adäquates Schuhwerk zu Jahreszeit, Gelände und Wetter ist daher obligatorisch. Sie müssen perfekt sitzen und dürfen keinesfalls zu eng sein, um die Durchblutung der Füße nicht zu behindern. Wird es richtig kalt, ist ein spezieller Winterschuh mit Isolierung im Schaft und Sohlenboden am besten geeignet. Nicht zu vergessen ist die richtige Pflege und regelmäßige Imprägnierung. Nur ein trockener Schuh schützt vor Kälte.

2. Socken in mehreren Lagen
Ideal sind Socken aus einem Gemisch aus Merino-Wolle und Kunstfasern. Ist man im Winter mehrere Tage unterwegs (evtl. gar mit dem Zelt), sind VBL-Socken (Vapour Barrier Liner) unverzichtbar. Sie werden zwischen dünnen und dicken Socken getragen. Da sie dampfdicht sind, können die Schuhe und die wärmespeichernde Sockenlage nicht durch Schweiß durchfeuchtet werden und damit Wärme ableiten.

3. Bewegung
Immer in Bewegung bleiben ist die Devise. Klar, das geht nicht immer. Fallen die Stopps mal länger aus, einfach mit den Zehen wackeln, Gymnastik machen oder auf der Stelle hüpfen, damit Körper und Füße möglichst gar nicht erst auskühlen.

4. Massage
Eine Massage der Füße hilft, die Durchblutung wieder in Gang zu setzen – großartig, bevor man in ein Hüttenbett oder den kuscheligen Schlafsack krabbelt. Ein paar Minuten mit den Fingern an der Fußsohle nach vorne und auch mit leichtem Druck der Hände über den Spann streichen.

5. Sauber und trocken
Socken sollten regelmäßig gewechselt werden. Mit Schweiß und Salzen vollgesogen werden auch die besten Funktionsfasern platt und wärmen nicht mehr. Gleiches gilt für nasse Socken. Daher immer mindestens ein Paar Ersatzsocken wasserdicht verpackt dabei haben.

6. Oben ohne
Am meisten Wärme geht über Kopf, Hals und Handgelenke verloren. Wer diese Bereiche besonders schützt, lässt dem Körper Energie für die Füße. Also: Mütze auf den Kopf und Halstuch sowie Pulswärmer (Handschuhe) überziehen.

7. Im Schlafsack
Auch hier gilt es, den äußeren Temperaturen entsprechend im Schlafsack gekleidet zu sein (z. B. mit einem Satz langer Unterwäsche) und vor allem auch eine Mütze zu tragen. Zum Schutz der Füße kann man zusätzlich eine Jacke außen über das Schlafsackfußteil ziehen. Eine mit heißem Wasser gefüllte Trinkflasche dient als Wärmflasche. Und falls man mitten in der Nacht doch mit kalten Füßen aufwacht oder einfach friert, tut ein Riegel gut. Er regt den Stoffwechsel wieder an und erwärmt so den Körper.

8. Ernährung
Ein heißes Getränk oder besser noch eine warme Mahlzeit wirkt Wunder. Besonders wohltuend sind auch Suppen, die unterwegs schnell zubereitet den Organismus wieder auf Touren bringen.

9. Kein Alkohol
Auf alkoholische Getränke (zumindest in grö- ßeren Mengen) sollte man verzichten, da sie den natürlichen Wärmehaushalt unseres Körpers außer Kraft setzen. Das erste Gefühl wohliger Wärme, das uns nach einer Tasse Glühwein durchströmt, ist nämlich trügerisch und hält nicht lange an. Alkohol erweitert die Gefäße!

10. Die harte Tour
Kalte Füße bekommt man wieder warm, indem man sie in kaltes Wasser oder Schnee steckt, abtrocknet und wieder warm einpackt. Diese Maßnahme hilft jedoch nicht, wenn der gesamte Körper bereits unterkühlt ist. Wer aber schon mal einen eisigen Gletscherfluss barfuß durchquert hat, weiß, wie warm die Füße anschließend in den Schuhen wieder werden.

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